XP in Zeitlupe

Mit dem Gebrauch werden die Windows Computer immer wie langsamer.

Wer erinnert sich nicht daran: 2001/2002, als der neue Computer ausgepackt war mit dem damals brandneuen XP. Alle standen darum herum mit einem Ah! und Oh! wurde die Geschwindigkeit bewundert.

Dieselben Computer mit demselben XP heute: Startzeit 10 Minuten. Erste Applikation weitere 5 Minuten. Der Kaffeeverbrauch steigt ins Unermessliche. (Vielleicht ist das der wahre Erfolgsgrund von Nespresso?)

Was ist geschehen? Der Computer malträtiert die Festplatte als ob kein RAM mehr zur Verfügung steht.

Die Untersuchung zeigt wenige kleine Programme im RAM, sonst nichts.

Wurden über all die Servicepacks Bremsen eingespielt, welche vom Alt-Computer nicht mehr verkraftet werden? Sind es die Virenscanner, welche den Computer ausbremsen?

Immerhin beobachte ich das Phänomen auf mehreren Maschinen, welche lange Zeit fleissig ihren Dienst taten.

Zeit, das mal zu untersuchen. Einer dieser Computer wird frei und ich richte ihn mit einem Ur-XP aus dem Archiv ein.

Startzeit: 31 s, wobei das BIOS die Hälfte verbraucht, also 15 s.

Mit XP SP3 und allen Treibern drauf steigt die Zeit auf 37 s

Mit Virenscanner und allen Updates installiert: 37 s

Firefox und ein neuer Grafikkartentreiber: 38 s

Nun kommt Office 2003 und weitere 41 Updates: 40 s

Nun wollen wir fair sein, seit dem Ur-XP kamen in den zehn Jahren (!) eine Firewall dazu und viele Sicherheits-Features, welche ihre Leistung brauchen. Dass also die Startzeit damit von netto 15 s auf 25 s steigt ist akzeptabel.

Fazit

Die vielen neuen Funktionen sind es nicht, welchen den Computer unbrauchbar langsam machen. Es ist auch keine heimliche Verschwörung im Gange, um mich zum Kauf eines neuen Computers zu bewegen.

Die Defragmentierung kann es auch nicht sein. Denn all die aufwendigen Defragmentierprogramme bringen fast nichts.

System Optimierung

Die Entfernung von vielem Ballast, der beim Start mit aufgestartet wird, hilft etwas. Aber nie in dem Masse, wie eine Neuinstallation. Auch die Registry-Cleaner putzen zwar einigen Müll raus. Aber schnell wird der Computer nicht mehr.

Verdacht

Die Registry ist das zentrale Verzeichnis von Windows, in dem jeder Mist festgehalten wird. Jedes Programm kann da hinein schreiben, was es will. Auch Microsoft missbraucht die Registry für unsägliche Dinge, wie geheime, verschlüsselte Ablage der letzten Zugriffe. (Man suche mal im Internet nach den Stichworten "ROT13 Registry")

Wer schon mal nach Werten in der Registry suchte, bemerkte vielleicht, dass so eine Suche ohne Festplattenzugriffe abläuft. Also wird die gesamte Registry im RAM gehalten.

Vermutlich ist die Registry der gesuchte RAM-Fresser, der den PC komplett lahm legt.