HP Pavilion dv9880ez Entertainment Notebook

So heisst ein Notebook, welches HP 2008 vertrieb - und nie richtig funktionierte.

Eine Bekannte kaufte seinerzeit dieses Wundergerät. Es war 2008 auf dem Stand der Technik und bot alles, was das Herz begehrt, Preis um 1'700 CHF.

Installiert ist VISTA Home Premium 32 Bit.

Schon lange klagte die Besitzerin über seltsame Effekte. Der HP-USB-Drucker verschwand immer wieder, nur eine Neu-Installation des Treibers konnte helfen. Updates und Patches und die üblichen Massnahmen halfen nichts.

Die Frau arrangierte sich mit den Macken und installierte halt bei jedem Vorfall den Druckertreiber neu, damit gedruckt werden kann.

Schlimmer wurde es, als der Sohn zu Besuch kam und neben Skype eine Chat-Software installierte. Nun bekam der Notebook etwas mehr zu tun und seltsame Dinge wurden gemeldet:

  • Bildschirm friert ein
  • Bildschirm wird schwarz

Nach einigen Anfragen und einer Bestechung mit einer Flasche Wein willigte ich ein, das Notebook mal genau zu untersuchen und anschliessend gleich Windows 7 zu installieren. Was ich von VISTA halte ist ja hier festgehalten.

Die grosse Arbeit war das Backup. Wo sind all die Daten von Mail und anderen Programmen verstreut? Wird das Windows 7 Mail die Vista-Mail-Daten vertragen?

Ich tat mein Bestes und endlich kam der Moment: Die passende Windows 7 DVD eingesetzt und weg mit all dem alten VISTA-Schrott. Wie gewohnt installierte Windows 7 nach einigen Fragen weitgehend selbständig und ich verlor nicht allzuviel Zeit.

Als Windows 7 endlich meldete, dass es fertig sei, lief es zwar, der Geräte-Manager war aber voller gelber Warnungen. Kein Problem, HP-Homepage, automatische Erkennung der Gerätes, Gerätetreiber.

"Wählen Sie Ihr Betriebssystem aus und klicken Sie auf „Weiter“:" Auswahl:

  • VISTA
  • VISTA 64
  • XP
  • 2000

 "Mein Betriebssystem wird nicht angezeigt" ==> "Wenn Ihr Betriebssystem oben nicht aufgelistet ist, stehen für dieses Gerät für dieses Betriebssystem keine Treiber oder Software von HP zum Herunterladen zur Verfügung oder sie sind nicht in der ausgewählten Sprache verfügbar." So weit der lakonische Kommentar.

Na super! Dieses Gerät ist vollgepackt mit Multimedia, hoffnunglos, Treiber bei den Chip-Herstellern zu suchen!

Schlimmer noch: Gleichzeitig wird in den News bestätigt, dass der VISTA-Support 2012 ausläuft. Das teure, gut gepflegte Gerät ist also so oder so in zwei Jahren Schrott! Nach nur vier Jahren! Und das nur, weil HP zu bequem ist, diese Treiber zu liefern. Da wird der Konsument arg im Regen stehen gelassen!

Da bleibt nichts anderes übrig als zurück auf VISTA, so ungern ich das tue. Linux ist hier wohl keine Alternative.

Immerhin, ich habe noch so eine VISTA-DVD und der Code klebt ja auf dem Notebook. Nach einer weiteren Stunde ist VISTA wieder da. Aber in welcher Version?! In der Zwischenzeit sind zwei Servicepacks und einige 100 Patches raus gekommen. VISTA beginnt nun, die herunter zu saugen. Nicht gerade schlau, es lädt zuerst die Patches dann erst würde es die SP laden. So geht das ewig!

So muss ich die Patcherei abbrechen, die SP manuell holen und laden. So um die 350 MB Download und je eine Stunde zum Installieren gehen dabei drauf. Auch nach dem letzten SP sind Patches angesagt.

Während VISTA die Flicken lädt und installiert bin ich nicht immer davor. Seltsam, der Notebook hat sich abgestellt. Neubeginn.

Diesmal erwische ich ihn, er stellt mitten im Installationsvorgang ab! Es fällt auf, dass der Ventillator ziemlich Hitze aus dem Gerät schaufelt. Das ist nie gut, sollte da was sein?

Mal googeln. Oh Schreck, Meldungen wie die folgende findet man gar auf der HP-Homepage:

„Please DO NOT BUY HP, other companies have noticed the problem with the NVIDIA chipsets and have recalled their products, but not this company.  I called two different support numbers and emailed but they still say that because I am out of warrant that they are out of service unless I want to buy it, and what would I get, most likely a replacement motherboard that would probably fail in another 12-15 months.“

Tatsächlich erinnere ich mich, 2008 gab es einen wüsten Skandal, weil NVIDIA Grafikchips auslieferte, welche fehlerhaft waren. Die Firma musste grosse Zahlungen leisten um künftige Schäden abzuwenden.

Sollte wirklich dieses Notebook so einen Chip haben? Es hat auch mit Überhitzung zu tun. Tatsächlich kann mit unterlegen von Radiergummis der Luftfluss so verbessert werden, dass die Aussetzer gerade nicht vorkommen. Aber eine Lösung ist dies nicht.

Da muss der Support kontaktiert werden, so ein defektes Gerät wird ja HP sicher austauschen, sie haben ja das Geld von NVIDIA bereits kassiert.

Mein Distributor will schon mal gar nichts wissen. Wäre ja auch der falsche Weg, denn das Gerät wurde im HP-Shop gekauft.

Die HP-Supportnummer finden ist an sich schon schwierig. Wer mal gekauft hat, soll nicht wieder kommen! Was man aber da über sich ergehen lassen muss, stellt alles in den Schatten. Man wird auf Homepages verwiesen, man wird weiter verbunden, man hat Automaten dran, bis kurz vor dem Aufgeben doch noch ein deutsch sprechender Mensch dran kommt.

Der erkundigt sich höflich nach Seriennummer und all dem Zeug, was nötig ist. Tut ihm natürlich leid, das Gerät hat keine Garantie mehr. Wusste ich auch, ich erwarte ja auch Kulanz! Die Kulanzfrist sei abgelaufen. Ich mache einen verdeckten Mangel geltend.

Ich könne es ja beim Laden versuchen, bei dem ich das Gerät gekauft habe. Ein ziemlich fieser Trick, um mich abzuwimmeln. In dem Fall ist es aber der HP-Shop und somit ist auch wieder er zuständig. 

Er windet sich, kann aber offenbar nichts machen.

Nun schreibe ich den Fall in Form eines Briefes an HP Schweiz als Kulanzgesuch. Es kommt keine schriftliche Antwort. Per Telefon werde ich wiederum abgewimmelt. HP vermeidet es tunlich, mir ein Dokument in die Hand zu geben, anhand dem ich den Fall weiter ziehen könnte. Raffiniert.

Es bleibt nichts übrig ausser:

  • Die Bekannte wird den HP Notebook auf Radiergummis betreiben und nicht zu schnell arbeiten, damit die Kiste nicht überhitzt.
  • In 2 Jahren wird sie irgendwas kaufen, vorausgesetzt, es ist kein HP.
  • Ich habe HP versprochen, dass ich nie mehr ein HP-Gerät als Händler verkaufen werde. Eine Firma, die so wenig Ethik beweist und nicht mal ihre offensichtlich fehlerhaften Geräte kulant ersetzt, muss man meiden! Zudem haben sie mit mit dem Abwimmeln und zum Händler Senden gezeigt, in welche Gefahr sich ein HP-Wiederverkäufer begibt. Er muss für die versteckten Mängel gerade stehen, HP deckt ihm nicht den Rücken, sondern lässt ihn voll die Schäden übernehmen.
  • Ich erzähle die Geschichte jedem, der sie hören will.