Montag in Bayern

In Bayern wird am Montag gearbeitet. Anders sind die Mängel nicht erklärbar.

Nachdem der BMW 330i (Neupreis rund 70'000 CHF) seine Kinderkrankheiten mit der Transplantation eines neuen Motors überwunden hatte, fuhr ich fünf Jahre fast ohne Probleme herum.

Nur einmal fiel das Standlicht aus. Birne wechseln, was sonst? Denkste! Das ist ein Modul, wird durch den Kotflügel getauscht, Kinderleicht, siehe Gebrauchsanweisung.

Nun, ich lasse das die Fachwerkstätte machen. Ich melde mich an, fahre hin, bekomme Kaffee serviert. Und warte. Und warte.

Nach dem dritten Kaffee schleiche ich mich in die Werkstatt (dort haben Kunden nichts verloren!) und finde drei (!) Mechaniker um meinen BMW versammelt, im verzweifelten Versuch, diese Glühbirne zu wechseln. Schlussendlich müssen sie dar Rad entfernen und nun geht es, das Standlicht wird gewechselt. Der Preis ist angesichts des Aufwandes bescheiden: Ca. 80.--.

Schade nur, dass es Nacht wurde und nun sah ich bei jeder Fahrt die Häuserfassaden beleuchtet. Bei dem Murksen haben sie offenbar den Scheinwerfer massiv nach oben verstellt. Ein zweiter Gang in die Werkstatt wird nötig. Für die Entgegenkommenden wurde das lebensgefährlich.

So lernt man dazu. Als bald darauf das Standlicht der anderen Seite ausfiel, verband ich es mit einem Aufenthalt in der Carosseriewerkstätte, wo eine kleine Beule (die jemand dem Auto zufügte) repariert wurde, mit 1100 CHF kurbelte die Versicherung die Konjunktur an. Der Carossier stellte einen Wackelkontakt fest und das Standlicht ging wieder - für eine Woche. Dann war es wieder weg.

Nun kam die nächste Garage und ersetzte das Modul. Das Standlicht ging nun - aber nach dem nächsten Regen lief der Scheinwerfer an. Komplett, es drang kaum mehr Licht nach aussen.

Bei der nächsten Inspektion versuchte die Fachgarage das zu reparieren, trotz teurem Ersatzteil blieb das Kurvenlicht defekt. Immerhin blieb seither der Scheinwerfer trocken, offenbar haben diese an die Dichtung gedacht.

Fazit

Man kann Standlichter auch kompliziert bauen. Wehe, die gehen kaputt!